Florian Guckelsberger |||

Der Waffenstillstand vom 9. November hält in Bergkarabach. Nach 44 Tagen Krieg mussten die Armenier rund die Hälfte ihrer Gebiete an Aserbaidschan übergeben. Nun herrschen Trauer, Wut und Verzweiflung vor. Ein Besuch im Trümmerland.

Artak Sargsyan guckt nachdenklich durch das Loch in seinem Wohnzimmer. Der 39-Jährige hatte Glück, das weiß er. Die von aserbaidschanischen Streitkräften abgefeuerte Rakete traf nicht ihn oder seine Familie, sondern lediglich Fernseher und Waschmaschine.

Vier Geschosse haben das Grundstück getroffen und großen Schaden angerichtet. Hier und dort ist eins eingeschlagen. Deswegen kann ich diesen Teil des Hauses nicht zeigen, aber ihr könnt ihn durch das Loch in der Wand sehen.

Sargsyan führt uns durch den Flur seines Hauses. Er wohnt in der Kleinstadt Martuni, die die Aserbaidschaner Xocavənd nennen. Nur wenige Kilometer entfernt verlief die Front. Dort haben bis vor kurzem Armenier und Aserbaidschaner um jeden Zentimeter Boden gerungen. Beide Länder beanspruchen die Kontrolle über die Kaukasus-Region Bergkarabach. Auch der Armenier Sargsyan, in friedlicheren Zeiten Schulleiter, stand im Schützengraben.

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