Florian Guckelsberger |||

Die Republik Somaliland hat sich 1991 für unabhängig erklärt. Im Gegensatz zu seinen Nachbarländern herrschen dort Demokratie und Sicherheit, weshalb Dubai in der autonomen Region investiert. Doch mit den Investitionen kommen neue Probleme.

Im Hafen von Berbera verlädt ein 50 Meter hoher Schwerlastkran im Minutentakt Container. In wenigen Stunden wird die AS Alva beladen sein und den einzigen Hafen Somalilands Richtung Indien verlassen. Bis vor Kurzem war der Hafen des international nicht anerkannten de facto Staats für solche Schiffe zu klein. Schichtleiter Mohamed Atteye zeigt auf ein Schiff, auf dessen Deck mehrere Kräne sind:

Damit mussten wir bislang arbeiten. Es ist enorm aufwendig, auf diese Weise Container zu bewegen. Es kostet nicht nur Zeit, sondern ist auch gefährlich. Es gab Knochenbrüche und sogar Todesfälle. Mit dem neuen Kran müssen Menschen die Container nicht mehr anfassen.”

Neben ihm steht der stellvertretende Hafenmeister Mohamad Abdulla, auch er schwärmt:

Alles hat sich verändert. Die Ausrüstung, die Kräne, all das hat uns vorher gefehlt. Sie sehen es doch selbst. Alles ist modernisiert. Ein Schiff mit 700 bis 1000 Containern können wir jetzt in zehn, vielleicht zwölf Stunden entladen. Wenn es am Morgen einläuft, kann es manchmal am Abend schon wieder abfahren.”

Hinter der Entwicklung am Hafen von Berbera steht DP World. Das Unternehmen aus dem Emirat Dubai hat das Hafenbecken vertieft, den Kai verlängert und modernste Kräne installiert. 442 Millionen US-Dollar investiert das Unternehmen — mehr als der Staatshaushalt Somalilands.

Von Berbera sollen Waren per Lastwagen die 117 Millionen Menschen in Äthiopien beliefern — denn das Nachbarland hat selbst keinen Zugang zum Meer. Und so hoffen die Menschen in einer der ärmsten Regionen der Welt auf ein Wirtschaftswunder.

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